Kunsthalle Wien, Wien
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Lebt und arbeitet in Wien - Contemporary Art from Vienna
Die Kunsthalle Wien präsentiert die umfangreichste Übersicht über die Wiener Szene der Gegenwartskunst, die die Institution seit über einem Jahrzehnt organisiert hat. Sechs Monaten lang werden im Rahmen von Lebt und arbeitet in Wien: Contemporary Art from Vienna in allen Räumlichkeiten an beiden Standorten im Museumsquartier und am Karlsplatz über 130 Kunstwerke von 56 in Wien lebenden und arbeitenden Künstler*innen zu sehen sein, darunter Malerei, Skulptur, Installation, Zeichnung, Fotografie, Performance, Ton, Film und Video. Begleitet von einem Programm mit Vorträgen, Performances und Veranstaltungen hebt die Ausstellung die Stadt als dynamischen Produktionsort hervor, in dem Kunst durch eine kritische Auseinandersetzung mit konservativen Kräften und das Bewusstsein für die eigene Handlungsfähigkeit geprägt wird.
Erstmals im Jahr 2000 von der Kunsthalle Wien organisiert, knüpft die fünfte Ausgabe von Lebt und arbeitet in Wien an eine langjährige Tradition an, die den lebendigen künstlerischen Diskurs und die vielfältige Künstler*innengemeinschaft Wiens würdigt. Kuratiert von Daniel Baumann, Michelle Cotton und Monika Georgieva, fokussiert sich die Ausstellung auf neue und aktuelle Werke: 38 Künstler*innen haben für die Ausstellung neue Werke geschaffen und zahlreiche Arbeiten sind zum ersten Mal in Wien zu sehen.
Dario Wokurka (b. 1988, Vienna, Austria) arbeitet oft unter präzisen konzeptuellen Rahmenbedingungen, die seine Handlungen leiten, aber auch Raum für Zufälle und Intuition lassen. Er erzeugt malerische Übersetzungen von visueller Information- so entstehen Verzerrungen, Modulationen und Bedeutungsverschiebungen als integrale Elemente der Arbeiten, was betont, wie Inhalte von jedem sie transportierenden Medium, jeder Sprache, umgeformt werden. Sein Ausgangsmaterial, meistens digital, wird hauptsächlich wegen dessen selbstreflexiven Qualitäten ausgesucht.
Proposal/Platz der Arbeit (2024) nützt das Medium der Malerei, um eine Umgestaltung des Wiener Dr. Karl Lueger-Platzes anzuregen: nur den Sockel des Denkmals zu behalten und den Platz selbst in ‘Platz der Arbeit’ umzubenennen. Die künstlerische Umgestaltung des Denkmals des für seine offen antisemitischen Ansichten notorischen Bürgermeisters war im Jahr 2023 Gegenstand eines geladenen Wettbewerbs, zu dem Wokurka nicht eingeladen war.
Untitled (Kunsthalle '93) (2026) ist Teil einer Serie von Malereien, für die der Künstler seine Aquarelle als Score nutzt. Es zeigt das ursprüngliche Gebäude der Kunsthalle Wien am Karlsplatz im Jahr 1993, während der Ausstellung Der zerbrochene Spiegel, einer Übersichtsausstellung zu den Möglichkeiten der Malerei.
Untitled (Reference Hell-O Extended) (2026) zeigt eine Arbeit aus Wokurkas Serie Rag Rug Pictures, in der er Fleckerlteppiche aufdröselt und ihre Stoffstreifen zu Flächen zusammennäht, die er dann über Baumwollleinwände spannt.
Artists: Brishty Alam, Diana Barbosa Gil, Anna-Sophie Berger, Henning Bohl, Ramesch Daha, Judith Eisler, Scott Clifford Evans, Philipp Fleischmann, Parastu Gharabaghi, Birke Gorm, Jojo Gronostay, Benjamin Hirte, Christine & Irene Hohenbüchler, Emma Hummerhielm Carlén, Iman Issa, Ernst Yohji Jaeger, Lukas Kaufmann, Belinda Kazeem-Kamiński, Bouchra Khalili, Ludwig Kittinger, Jakob Lena Knebl, Sebastian Koeck, James Lewis, Angelika Loderer, Irina Lotarevich, Lazar Lyutakov, Harkeerat Mangat, Wolfgang Matuschek, Till Megerle, Christoph Meier, Rini Mitra, Ute Müller, Michaela Polacek, Lukas Posch, Vika Prokopaviciute, Lucia Elena Průša, Liesl Raff, Shuvo Rafiqul, Hans Schabus, Anna Schachinger, Ashley Hans Scheirl, Katharina Schilling, Toni Schmale, Nora Schultz, Sergey Spirikhin, Lucie Stahl, Josef Strau, Laurence Sturla, Marina Sula, Huda Takriti, Sergei Tcherepnin, Sophie Thun, Johanna Charlotte Trede, Emily Wardill, Dario Wokurka, Min Yoon